Leitveranstaltung der Abwasserbranche setzt den Fokus auf die Grundstücksentwässerung
Vom 24. - 26. 03. 2011 findet in den Messehallen Kassel zum elften Male die Abwasser-Fachmesse RO-KA-TECH statt. Die vom Verband der Rohr- und Kanal-Technik-Unternehmen e. V. VDRK- getragene und organisierte Messe hat sich spätestens mit dem Umzug nach Kassel im Jahre 2006 als führende Fachveranstaltung rund um die Praxis des Industrie- und Kanal-Service etabliert.
Da bereits im April 2010 die Ausstellungsflächen von 2009 komplett ausgebucht waren, hatte sich der VDRK als Veranstalter dazu entschlossen, weitere 3.600 qm Hallenfläche zur Verfügung zu stellen um dem gestiegenen Bedarf Rechnung zu tragen. Somit erhöht sich die Ausstellungsfläche auf 15.100 Quadratmeter. Die RO-KA-TECH ist eine der wenigen Messen welche von Veranstaltung zu Veranstaltung Zuwachsraten von 30 Prozent vermelden kann. Die Hallenplanung kann durch Aussteller und Besucher tagaktuell unter www.rokatech.de nach verfolgt werden. Die RO-KA-TECH 2011 ist per Dezember 2010 mit über 180 Ausstellern ausgebucht.
Auf der RO-KA-TECH wird der jeweils aktuelle Stand der Technologie zur Reinigung, Inspektion und Sanierung von Abwasser-Kanalisationssystemen präsentiert. Das Angebot reicht von Kamerasystemen zur Untersuchung von Abwassernetzen über die Ausrüstung für Dichtheitsprüfungen in Abwasserleitungen bis hin zum Equipment für unterschiedlichste Verfahren der „grabenlosen“ Kanalsanierung. Außerdem werden Ortungssysteme für Leitungen gezeigt. Einen zunehmend größeren Stellenwert im Messeangebot nimmt auch Software zur Unterstützung insbesondere der Inspektionsaufgaben ein. Deshalb ist die RO KA TECH die ideale Gelegenheit für jeden Kanalnetzbetreiber, sein technisches Fachwissen einem aktuellen Update zu unterziehen. Dass aus dem simplen und unqualifizierten Kanalreiniger ein High-Tech-Beruf mit exzellenten Zukunftsperspektiven geworden ist, verdankt dieser nicht zuletzt dem Fachverband VDRK und wird nirgendwo deutlicher als bei dem zweijährigen Branchentreffen, der RO-KA-TECH in Kassel.
Abwasserkanalnetze sind die teuerste Infrastruktur die es gibt und wertvoller als alle Straßen der Republik zusammen. Der Wiederbeschaffungswert der öffentlichen Kanalisationsanlagen (mehr als 500.000 Kilometer) wird auf rund 386 Milliarden Euro geschätzt, die privaten Grundstücksentwässerungen (bis zu 1,5 Mio. Kilometer) dürften mindestens den gleichen Neuwert haben.
Bei einer Abschreibungsdauer von 70 Jahren (wie offiziell vorgesehen) müssten also rund 4,8 Mrd. € jährlich in die Erneuerung investiert werden, um Wert und Funktionsfähigkeit der kommunalen Rohre zu erhalten. Es werden aber bislang nur etwa 1,8 Mrd. € investiert, was darauf hinaus läuft, dass die Systeme 260 Jahre halten müssten! Da diese Investitionslücke schon seit Jahren besteht, schieben praktisch alle Kommunen längst einen unüberschaubaren Berg an unerledigten Investitionen und Nachholbedarf im Untergrund vor sich her, während die Systeme selbst zunehmend verfallen. 20 % aller deutschen Kanäle gelten als Sanierungsfall. Die Folge: Exfiltration (Abwasser tritt aus undichten Netzen in Grundwasser aus),Infiltration (Grundwasser tritt in die Netze ein) und überlastete Kläranlagen.
Noch schlimmer sieht es bei den privaten Leitungen aus: Hier sind nach Expertenschätzung Schadensraten von 50 bis 90 Prozent normal. Bei einem Bestand von bis zu 1.500.000 Kilometern heißt das, dass es aus mindestens 750.000 Kilometern undichter Rohre (un)heimlich sickert: zweifelsfrei eine tickende Umwelt-Zeitbombe. Aktuelle Hochrechnungen besagen, dass entsprechen der jeweils geltenden Gesetzeslage der Länder fällige Inspektion samt den darauf folgenden Sanierungsmaßnahmen die Grundstückseigentümer bundesweit etwa 200 Milliarden € kosten wird. Es ist eine gigantische technische und organisatorische Herausforderung: Je nach Bundesland müssen bis 2015 alle rund 15 Millionen Grundstücke in Deutschland erstmalig einer Zustandskontrolle unterzogen sein und bei Schadhaftigkeit saniert werden. Das ist die Konsequenz aus dem geltenden Wasserhaushaltgesetz in Verbindung mit dem technischen Regelwerk. In einzelnen Bundesländern greifen spezifische Rechtslagen zu, so seit Dezember 2007 in NRW der § 61a des Landeswassergesetzes bzw.. gelten in Hessen und anderen Bundesländern entsprechend den geänderten EKVO´s andere Zeiträume. Auch diese fordern die Dichtheitsprüfungen und verpflichten zusätzlich aber die Gemeinden zum konsequenten Vollzug dieser Regelung gegenüber dem Grundstückseigentümer. Welche organisatorischen Modelle es gibt, um diese Aufgabe erfolgreich zu schultern und was für Technik heute verfügbar ist und deshalb im Dienstleistungsvollzug eingefordert werden kann und sollte, erfährt man auf der RO-KA-TECH 2011 aus unterschiedlichster Perspektive.
Dienstleistungsunternehmen jeglicher Ausrichtung finden in Kassel das komplette technische Angebot in puncto Equipment für Reinigung, Inspektion und Sanierung versammelt. Hier bekommt man nicht nur den Überblick darüber, was heute Standard ist sondern vor allem was bereits möglich und vielleicht bald obligatorisch sein wird.
Zuletzt geändert am: Feb 01 2011 um
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